Liebe Freunde langer Oktobernächte,

«Ich habe dich verzaubert und jetzt gehörst du mir.»

Hocus Pocus

Ein fröhliches Halloween euch allen da draussen. Es ist Zeit, die schaurigste aller Nächte naht! Wieder werden Geister und Vampire umgehen, Werwölfe werden sich unter das Volk mischen. Diese Nacht wird nur erhellt von leuchtenden Fratzen orangener Köpfe. Durch die Straßen schallt es aus vielen Mündern "Süßes oder Saures", wenn sich die Kessel in den kleinen Händen immer mehr mit Süßigkeiten füllen. Der Alptraum aller Eltern und Zahnärzte!

In jener Nacht sind unsere Türen geschmückt mit Skeletten, Fledermäusen, Geistern und den unvermeidlichen Kürbislaternen. Eine große Spinne, die ihre Netze über die benachbarten Bäume gesponnen hat, bewacht den Eingang und all wir dunklen Seelen dort draußen wissen, das ist unsere Zeit!

Da es keinen Spaß macht, alles auf eine Nacht zu komprimieren, möchte ich euch mitnehmen auf eine Reise, um die wunderbare Zeit etwas zu verlängern. Stöbert, forscht und genießt einen kleinen Vorgeschmack auf die schaurigsten aller Nächte!


HAPPY HALLOWEEN!

Schon die Kelten feierten?!

Halloween (von engl. All Hallows' Eve) ist der Vorabend zu Allerheiligen (engl. All Hallows' Day), der Tag im Kirchenjahr, an dem der Toten gedacht wird. Es handelt sich hierbei um Bräuche, die irische Einwanderer in den USA in der Nacht vom 31. Oktober zum 01. November pflegten und erweiterten [1].

Von Samhain bis Halloween

Die kontinuierliche Entwicklung des heutigen Halloweens aus dem keltischen Samhain gilt nach heutiger Auffassung als veraltet. Durch die frühe Christianisierung Irlands ist ein Unterbruch der ursprünglichen Traditionen wahrscheinlich.

Die Legende von Stingy Jack

Vor langer Zeit lebte in Irland ein Mann namens Jack. Die Menschen nannten ihn Stingy Jack, also „Geizhals Jack“, denn Jack war für seine Habgier und seine Tricks bekannt. Er liebte es, andere zu täuschen, und dachte vor allem an seinen eigenen Vorteil.

Eines Abends saß Jack in einer Kneipe und trank mit seinen Freunden. Als es spät wurde, bemerkte Jack, dass er kein Geld mehr hatte, um seine Rechnung zu bezahlen. Da erschien plötzlich der Teufel. Jack erkannte ihn sofort. Doch anstatt Angst zu bekommen, dachte er sich einen Trick aus.

„Wenn du schon hier bist“, sagte Jack, „dann verwandle dich doch in eine Münze. Mit dir kann ich meine Rechnung bezahlen.“

Der Teufel ließ sich tatsächlich darauf ein und verwandelte sich in eine glänzende Münze. Jack nahm die Münze jedoch nicht, um die Rechnung zu bezahlen. Stattdessen steckte er sie in seine Tasche – direkt neben ein Silberkreuz. Durch die Nähe des Kreuzes konnte sich der Teufel nicht zurückverwandeln. Jack hatte ihn ausgetrickst.

Er ließ den Teufel erst frei, nachdem dieser ihm versprochen hatte, Jack ein ganzes Jahr lang in Ruhe zu lassen und ihn in dieser Zeit nicht zu holen. Der Teufel musste zustimmen.


Ein Jahr später

Der Teufel und Jack begegneten sich erneut. Wieder gelang es Jack, den Teufel auszutricksen. Diesmal bat er ihn, auf einen Baum zu klettern und einen Apfel zu pflücken. Während der Teufel oben im Baum saß, schnitzte Jack schnell ein Kreuz in die Rinde. Der Teufel konnte nicht mehr herunterkommen. Jack verlangte erneut einen Handel: Der Teufel sollte versprechen, dass er Jack niemals in die Hölle bringen würde. Der Teufel hatte keine andere Wahl und stimmte zu.


Viele Jahre vergingen.

Schließlich starb Jack. Doch als seine Seele vor den Himmel kam, wurde er dort abgewiesen. Sein Leben war voller Betrug, Habgier und schlechter Taten gewesen. Jack durfte nicht in den Himmel.

Also ging er zur Hölle. Doch auch dort wollte man ihn nicht haben. Denn der Teufel hatte Jack einst versprochen, ihn niemals in die Hölle zu bringen.

„Aber wohin soll ich nun hingehen?“, fragte Jack verzweifelt.

Der Teufel schickte ihn zurück in die Dunkelheit. Jack hatte keine Laterne und konnte den Weg nicht sehen. Schließlich hatte der Teufel Mitleid mit der Seele, die im Dunkeln wandelte, gefangen zwischen Himmel und Hölle. Er schenkte ihm ein Stück Kohle direkt aus dem Höllenfeuer, damit er wenigstens etwas Licht hatte.

Jack steckte den glühenden Klumpen in eine ausgehöhlte Rübe, die er bei sich trug.

Seither soll Jack mit seiner kleinen Laterne durch die Dunkelheit wandern – für immer auf der Suche nach einem Ort, an dem er bleiben darf. Noch heute sieht man ihn wandern, alleine und verflucht,  in der Nacht zu Halloween.

Die Menschen nannten die leuchtende Rübenlaterne schließlich „Jack of the Lantern“, kurz „Jack-o’-Lantern“.


Wie wurden die Rüben zu Kürbissen?

Ursprünglich wurden in Irland und Schottland Rüben und andere Wurzelgemüse ausgehöhlt und mit Gesichtern versehen. Als irische Einwanderer die Tradition nach Nordamerika brachten, entdeckten sie, dass sich Kürbisse viel leichter aushöhlen und schnitzen ließen.

So wurde aus der alten Rübenlaterne schließlich die typische Halloween-Kürbislaterne, wie wir sie heute kennen.

Interessant: Die Geschichte ist eine Folklore-Erzählung und existiert in mehreren Varianten. Manche Versionen erzählen beispielsweise andere Tricks von Jack oder geben ihm eine etwas andere Vorgeschichte. Der Kern bleibt jedoch gleich: Jack betrügt den Teufel, darf weder in den Himmel noch in die Hölle und muss mit seiner Laterne durch die Dunkelheit wandern.

Halloween in Europa

Ab den 1990er Jahren ist eine moderne Form des ursprünglichen irischen Festes auch zu uns herübergeschwappt, was wohl auf den Ausfall der Karnevalssaison aufgrund des zweiten Golfkriegs und der damit verstärkten Werbung der Branche für das Fest, zurückzuführen ist. Nicht ganz unschuldig daran war sicher auch eine gewisse Globalisierung der Medien, aber das ist meine Meinung.

Seit diesem Zeitpunkt ziehen immer mehr verkleidete Gestalten durch die abendlichen Gassen des 31. Oktobers und erhellen die Nacht mit ihrem Kichern und Gackern, wenn sie an den Haustüren "Süßes oder Saures" rufen. Das ist jedoch nicht die einzige Tradition, die in den USA gepflegt wird, wobei einige noch nicht bei uns angekommen sind, aber hierzu findet ihr unter "Traditionen" mehr.

Traditionen rund um Halloween

Kürbisschnitzen

Die Kürbislaterne - im Englischen bekannt als Jack O'Lantern - ist wohl eine der bekanntesten Traditionen rund um Halloween (neben dem Verkleiden natürlich). Der Name leitet sich übrigens von den Irrlichtern in den Torfmooren ab, die auch als "Will-o'-the-wisp" oder eben auch "Jack-o'-lantern" bezeichnet werden und bezieht sich auf das Flackern der Kerze im ausgehöhlten Kürbis [2].

Eine Kürbislaterne selbst zu schnitzen ist übrigens ganz einfach. Am besten gelingen die Kürbislaternen, meiner Meinung nach, mit Halloweenkürbissen. Deren Haut ist einigermassen weich und die Fleischschicht nicht zu dick. So lässt sich der Kürbis gut schnitzen.

Vordem Schnitzen muss der Deckel abgenommen werden. Hierzu einfach rund um den Strunk mit einem scharfen Messer ein Loch schneiden - rund oder sternförmig - wichtig ist, dass ihr nachher mit der Hand reingreifen könnt. Ist der Deckel erst ab, könnt ihr mit dem Aushöhlen beginnen. Speziell gezackte Löffel, die manchmal in den Supermärkten kurz vor Halloween erhältlich sind, vereinfachen die Arbeit. Es geht aber auch mit einem Esslöffel.

Sind aller Kerne draussen, kann ein Gesicht, oder ein Grabstein oder was auch immer auf dem Kürbis skizziert werden. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr auch mal bi den Kürbisvorlagen vorbeischauen.

Beim anschliessenden Schnitzen hilft eine Kürbissäge ungemein. Messer haben meistens eine zu breite Klinge, um wirklich feine Muster schnitzen zu können. Aber mit dem richtigen Werkzeug erhält man leicht wunderschön schaurige Kürbislaternen.

Trick or Treat in Verkleidung

Dieses Jahr gehe ich als Fledermaus, nein, als Vampir, vielleicht doch lieber als Hexenzombie? Ach, dann nehme ich das Werwolfkostüm aus dem Schrank... Wer die Wahl hat hat die Qual. Aber was wäre Halloween ohne die passende Verkleidung? Ob dich die Kinder nun in Schale werfen, um die Erwachsenen zu erschrecken, oder die Erwachsenen, Spass macht das eigentlich immer. Und mit eigenen oder ausgeliehenen Kindern fallen da auch ab und zu noch ein paar Süßigkeiten für die Erwachsenen ab ;o).

Ist die Wahl des Kostüms dann einmal getroffen, hält einen nicht mehr ab, seinen schönsten Kessel zu füllen. Da Kinder, die nach "Süßem oder Saurem" (eigentlich gäbe es ja Saures ohne Süßes) noch relativ neu ist, hilft es manchmal nach Kürbislaternen Ausschau zu halten. Da sind die Bewohner auf jeden Fall schon darauf vorbereitet.

Kostüme findet ihr auf z.B. diesen Websites: 

  1. https://www.funidelia.ch/
  2. https://www.pekabo.ch/
  3. https://www.maskworld.com/

Halloweenparties

Da Feiern doch immer einer der schönsten Zeitvertreibe bleibt, ist das natürlich an Halloween so.

Partyeinladung mit Dresscode: Schaurig schöne Kostüme sind erwünscht, abhanden gekommen Gliedmaßen sind ebenfalls willkommen. Hausgeister dürfen in Begleitung erscheinen, Höllenhunde müssen leider draussen bleiben, die erschrecken die Killerkaninchen.

Auch im deutschsprachigem Raum finden sich viele Halloweenparties und sicher auch eine in eurer Nähe. Und wenn ihr noch Ideen für eure eigene Party braucht, schaut mal hier.

Feiert schön, oder eben auch unschön untot!

Apfeltauchen

Das Apfeltauchen ist (war?) eine weitere Tradition zu Halloween. Äpfel stehen übrigens in der keltischen Mythologie stark mit der Anderswelt in Verbindung [2].

Auf jeden Fall ist es ein schönes Geschicklichkeitsspiel. Mit dem Mund werden aus einem mit Waser gefüllten Bottich schwimmende Äpfel getaucht. Vor allem Kinder dürften daran Gefallen finden.

Und wer das Computerspiel "World of Warcraft" kennt, hat an Halloween in einem der Wirtshäuser wahrscheinlich auch schon den ein oder anderen Apfel hochgetaucht.

Wahrsagerei

Als weitere Tradition rund um Halloween haben sich in Britannien und Irland Spiele entwickelt rund um die Wahrsagerei. Fragen nach der eigenen Zukunft. Tod, Heirat und Kindern sollen damit beantwortet werden [3].

Kleine Kürbiskunde

Kürbisse sind einjährige Pflanzen, die stark ranken. Botanisch gehören sie zu den Panzerbeeren, wie auch die Johannisbeere. Ursprünglich stammt das Gewächs aus Amerika, wo es wahrscheinlich bereits seit etwa 8.000 bis 10.000 v. Chr. kultiviert wird. In Europa wird der Kürbis als Zier- und Arzneipflanze seit dem 16. Jahrhundert angebaut.

Wenn ihr trotz der der Jahrtausende respektablen Geschichte, eurem Kürbis ein Gesicht oder ähnliche verwandeln wollt, findet ihr hier Vorlagen für eure Kürbisfratzen (engl. Jack O'Lantern).

Arten

Generell können Kürbisse in Speise- und Zierkürbisse unterschieden werden. Zierkürbisse sind ungenießbar (Bitterstoff), wie aber der Name schon sagt, sind sie perfekt für alle Dekorationen, am besten natürlich während der Erntezeit.

Speisekürbisse sind anders. Während früher nur die Samen der Früchte verzehrt wurden, da diese frei von giftigen Bitterstoffen sind. Durch Züchtung wurden die Bitterstoffe aus den Früchten herausgezüchtet, so dass heute auch das Fleisch vieler Kürbisse verwendet wird. Denkt nur an Kürbiskernöl (aus Ölkürbissen), Kürbissuppe oder Pumpkin Pie... Aber seid vorsichtig, durch Rückzüchtungen, gewollt oder ungewollt, wie z.B. die Kreuzung mit einer Zucchini, werden Kürbisse in der nächsten Generation manchmal wieder bitter. Davon sollte man die Finger lassen. Auch durch Erhitzen wird der Kürbis nicht mehr geniessbar.

Aber zum Glück gibt es ja genügend essbare Arten. Von den unterschiedlichen Arten findet ihr hier unten eine kleine beispielhafte Auflistung. Zu den kultivierten Arten zählen übrigens Garten- (Curcubita pepo), Riesen- (Cucurbita maxima) und Moschus-Kürbisse (Cucurbita moschata). Es gibt noch zwei weitere, die aber nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Speisekürbisse:

  • Hokkaido/Kabocha-Kürbis (Cucurbita maxima)
  • Butternuss-Kürbis (Cucurbita moschata)
  • Sweet Dumpling / Eichel-Kürbis (Cucurbita pepo)
  • Mikrowellen-/Mandarin-Kürbis (Cucurbita pepo)
  • Spghetti-Kürbis (Cucurbia pepo)
  • Muskatkürbis (Cucurbita moschata)

Zierkürbisse (meistens Cucurbita pepo):

  • Kronenkürbis / Teufeskralle
  • Yelloe Crookneck
  • Gewarzter Patisson
  • Indian Mix / Autumn Wings

Schnitzkürbisse:

  • Halloweenkürbis (in gelb und orange)
  • Snowman (weißer Halloweenkürbis)
  • Ölkürbis
  • Gelber Zentner

Für alle, die jetzt Appetit bekommen haben, hier geht es zu den Rezepten:

Haltbarkeit und Schnitzversuche

Die Lagerfähigkeit von Kürbissen hängt von der Sorte ab. Geschnitzte Kürbisse halten etwa eine Woche (hier findet ihr ein paar Schnitzvorlagen). Dass man die Haltbarkeit mit Haarspray verlängern kann, kann ich im Moment noch nicht bestätigen. Auch die Haarspraykürbisse haben nach einer Zeit rote, braune und weisse Sprenkel auf dem Fruchtfleisch.

Quellen und Hinweise:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Halloween, aufgerufen am 29.09.2020

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Jack_O%E2%80%99Lantern, aufgerufen am 29.09.2020

[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Halloween, aufgerufen am 29.09.2020

Für das Grundgerüst der Legende von Stingy Jack stand mit Chat GPT am 22.09.2026 hilfreich zur Seite (Prompt: Kannst du mir bitte die Legende von Stingy Jack aufschreiben?). Anpassungen in den Formulierungen stammen von mir.